Ein Highlight ohne Sensation

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Eines der ganz großen Momente des noch jungen TTV Dresden 2007 stand am vergangenen Sonntag auf dem Programm. Nach der erfolgreichen Bezirksligasaison und dem Erreichen des Relegationsplatzes, hatte die erste Mannschaft die Chance auf den Aufstieg in die Landesliga.

Als Gastgeber stand uns der Achtplatzierte der abgelaufenen Landesligarunde, der SV Stahl Krauschwitz sowie als weiterer Gegner die zweite Vertretung der Görlitzer gegenüber.
Da wir von der guten Stimmung der Gastgeber Wind bekamen, trommelte der TTV, im wahrsten Sinne des Wortes, eine ganze Schar an Freunden, Spielerfrauen und Vereinsmitgliedern zusammen. Im 120 km entfernten Krauschwitz staunte man nicht schlecht, als die 25 Mann umfassende Brigade die Halle betrat. Dort lief bereits bei bester Stimmung die erste Partie zwischen dem Gastgeber und Görlitz, welche schließlich mit 9:3 für die Hausherren endete. Sicherlich nicht ganz unerwartet und dennoch eine große Hausnummer, bedenkt man den Fall, dass bei einem Unentschieden zwischen Krauschwitz und Dresden die Höhe des Sieges über Görlitz das Zünglein an der Waage sein könnte.
Endlich warmgespielt, ging es pünktlich 13 Uhr gegen Görlitz los und wir erspielten uns unsere obligatorische 2:1 Führung. Doppel 1 und 2 konnten punkten, nur das aufgrund des Fehlens von Patrick Preuß neu kreierte Doppel 3 (Bochmann/Uhlemann) musste passen. Die feuchten Bedingungen in der Halle waren eine schwere Hürde für alle Spieler, doch die Görlitzer waren bereits auf Hochtouren und konnten sich zudem der lautstarken Unterstützung der Krauschwitzer Fangemeinde erfreuen. Der TTV blieb aber cool und wurde ebenfalls mit Tröte und Trommel zu Bestleistungen angepeitscht. Nach der Niederlage von Lehmann gegen einen sehr stark aufspielenden Seiler und dem hauchdünnen Sieg von Anton, konnte die Mannschaft des TTV Dresden auf 7:2 die Führung ausbauen, vergeigte aber letztendlich durch zwei Niederlagen die Option des Aufstiegs mittels eines möglichen Unentschiedens gegen Krauschwitz. Fehring war es dann vorbehalten, den Schlusspunkt zum 9:4 zu setzen. Nützt alles nichts, muss eben noch ein Sieg im zweiten Spiel her.
Gemäß dem Spruch „Ausnahmen bestätigen die Regel“, setzte es gleich zu Beginn des Entscheidungsspiels zwei Doppelniederlagen und es lag an unserer neuformierten Paarung, den TTV im Rennen zu halten. Dies gelang mit Bravour und wurde dennoch von Antons Niederlage gegen den Zweier (D. Jung) getrübt. Nicht Viele rechneten wohl mit einer Chance Lehmann´s gegen den Topspieler der Landesliga (P. Iwuc), doch in einem äußert ansehnlichen Spiel, welches zwar 2:3 verloren wurde, belehrte uns unser Alex eines Besseren. Es folgten Niederlagen von Fehring, Simon und Anton, lediglich Bochmann und Richter ließen durch ihre Siege noch ein Fünkchen Hoffnung erhalten. Stephan Richter, welcher für Preuß die Einzelspiele bestritt, zeigte eine klasse Leistung und, dass mit ihm zu rechnen ist.
Nun stand es also 7:3 für Krauschwitz, Lehmann lag 0:2 zurück und die Messe war fast gelesen. Die Stimmung beim Heimteam war bestens und das Spiel beinahe aus… wäre da nicht die herausragende Leistung von Lehmann gewesen. Mit drei sensationellen Satzgewinnen brachte er den totgeglaubten TTV noch einmal ins Geschäft und als Bochmann in einem ebenfalls hochkarätigen Spiel Sportfreund George mit 13:11 im Entscheidungssatz besiegen konnte, erreichte die Stimmung in der Halle ihren ersten Höhepunkt. Etwa 70 Leute waren in der kleinen Krauschwitzer Halle und wollten sich diesen legendären Sonntag nicht entgehen lassen – Gänsehaut pur, so etwas vergisst man als kleiner Bezirks- oder Landesligaspieler nicht so schnell.
Also, zwei Siege unsererseits und 5:7, ein kleinwenig unruhig wurden die Gastgeber bestimmt und spätestens nach der 2:1 Satzführung von Fehring gegen Krautz waren wir wieder voll im Rennen. Dieses Glücksgefühl hielt allerdings nur kurz, denn die folgenden zwei Sätze konnte Krautz recht sicher für sich entscheiden und S. Iwuc erhöhte kurze Zeit später auf den 9:5 Endstand. Die alten und neuen Landesligisten fielen sich in die Arme und zeigten ihre Feierkünste bei Sektdusche und lautem Gesang. Der TTV Dresden gratuliert den stets fairen und sehr gastfreundlichen Krauschwitzern zum Verbleib in der Landesliga, welchen sie sich nach der dargebotenen Leistung einfach verdient haben. Nach einigen gemeinsamen Bierchen und Würstchen verabschiedete sich der TTV gegen 23 Uhr aus dem kleinen Örtchen nahe der polnischen Grenze, im Gepäck eine Hand voll Wehmut, aber ganz sicher auch eine ordentliche Portion Stolz.
Aus, der Traum von der Landesliga ist vorerst beendet oder vertagt, wie man es halt sehen möchte. Was bleibt, sind die Erinnerungen an diese spitzenmäßige Saison mit tollen Mannschaftskollegen und einem Abschluss, welcher fast nicht besser hätte sein können. Die Sensation blieb leider aus und die von unserem Marko als Überraschung für die Mannschaft besorgten Aufstiegstrikots müssen irgendwie umbeflockt werden, doch das Highlight bleibt in den Köpfen und wir werden in der kommenden Saison erneut angreifen.

   
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