Nach dem historischen Sachsenliga Auftakt mit einem Sieg und einer Niederlage stand für unsere erste Herrenmannschaft am 10.10.2026 das erste Auswärtsspiel im sächsischen Oberhaus auf dem Programm. Ziel der Reise war der TTSV Handwerk Tannenberg. Nach den ersten beiden Punktspielen und einem ausgeglichenen Punktekonto wollten wir natürlich auch aus dem Erzgebirge etwas Zählbares mit nach Dresden bringen. Dass daraus ein Abend voller Dramen und einer bemerkenswerten Abneigung gegen gewonnene Entscheidungssätze werden sollte, ahnte zu diesem Zeitpunkt allerdings noch niemand.
Auf in den Tannenwald! Wie bei uns vor Auswärtsspielen üblich, traf sich die Reisegruppe pünktlich am Bahnhof Dresden-Neustadt. Personell mussten wir allerdings etwas improvisieren. Robert und Rapha standen diesmal nicht zur Verfügung. Dafür sprangen mit Jens und Felix zwei Spieler unserer zweiten Mannschaft ein und komplettierten das Team um Oli, Jakub, Ronny und Tim. An dieser Stelle schon einmal ein großes Dankeschön an die beiden für die Unterstützung! Bei strömendem Regen ging es anschließend Richtung Tannenberg. Das Wetter zeigte sich dabei von seiner allerbesten erzgebirgischen Seite: grau, nass und mit ungefähr so viel Sonnenschein wie ein Tischtennisball im Schrank. Immerhin waren wir guter Dinge. Schließlich hatten wir bereits bewiesen, dass wir in der Sachsenliga mithalten können.
In Tannenberg angekommen, warteten allerdings gleich die nächsten Herausforderungen. Die Ball-Tisch-Kombination fühlte sich für uns ziemlich ungewohnt an. Irgendwie sprang der Ball anders ab, als man es von zu Hause gewohnt war. Dazu kam eine Hallenbeleuchtung, die durchaus etwas mehr Licht hätte vertragen können. Genug der Ausreden. Schläger raus und los ging’s!
Bereits die Eingangsdoppel zeigten, dass es an diesem Abend kein Spaziergang werden würde. Oli und Jens erwischten gegen Vesely/Sacher keinen guten Start. Nach zwei starken Sätzen der Tannberger, holten die Dresdner 2 starke Sätze. Anschließend drehten die Gastgeber wieder auf und setzten sich schließlich mit 3:2 durch. Erstes Fünfsatzspiel. Erste Niederlage. Noch kein Grund zur Panik. Jakub und Tim machten es gegen Gundermann/Meiner ebenfalls spannend. Nach einem 1:1-Zwischenstand ging der dritte Satz knapp mit 11:8 an die Gastgeber. Auch im vierten Durchgang wurde es eng, doch mit 17:15 behielten die Tannenberger die Oberhand. Ronny und Felix machten es gegen Franz/Votava dagegen besser. Nach gewonnenem ersten Satz mussten sie zwar den zweiten abgeben, holten sich anschließend aber die nächsten beiden Durchgänge und gewannen mit 3:1. Erster Punkt für Dresden! 1:2 nach den Doppeln. Das war zwar nicht der erhoffte Start, aber durchaus noch im Rahmen.
Jakub bekam es im ersten Einzel mit Vesely zu tun. Nach gewonnenem ersten Satz musste er die nächsten drei Durchgänge abgeben und verlor mit 1:3. Oli lieferte sich anschließend mit Gundermann einen echten Krimi. Nach 1:2-Satzrückstand kämpfte sich Gundermann zurück und gewann den vierten Satz mit 12:10. Also Entscheidungssatz. Und dort? Natürlich das inzwischen bekannte Ergebnis. 7:11. Zweites Fünfsatzspiel. Zweite Niederlage. Tim musste sich anschließend Meiner mit 1:3 geschlagen geben. Auch Ronny lieferte sich gegen Franz ein umkämpftes Match. Nach einer 2:1 Führung für Franz konnte sich Ronny in den Entscheidungssatz retten. Doch Franz behielt dort mit 14:12 die Oberhand. Drittes Fünfsatzspiel. Dritte Niederlage. Man muss ja nicht immer gewinnen. Aber gelegentlich wäre schon ganz nett gewesen. Felix bekam es anschließend mit Sacher zu tun und musste sich trotz enger Sätze mit 0:3 geschlagen geben. Jens zeigte gegen Votava eine starke kämpferische Leistung. Nach gewonnenem ersten Satz und zwei verlorenen Durchgängen holte er sich den vierten mit 11:7 und erzwang den Entscheidungssatz. Doch auch dieses Spiel ging mit 11:5 im fünften Satz an die Gastgeber. Viertes Fünfsatzspiel. Vierte Niederlage. Spätestens jetzt hätte man ernsthaft darüber nachdenken können, beim Verband einen Antrag auf Abschaffung des fünften Satzes einzureichen. Zumindest für Auswärtsspiele in Tannenberg. Nach der ersten Einzelrunde stand es damit bereits 8:1 für die Gastgeber. Das sah nicht nur auf der Anzeigetafel düster aus.

In der zweiten Einzelrunde wollte Oli gegen Vesely endlich seinen ersten Einzelpunkt holen. Doch auch hier lief wenig zusammen. Mit 0:3 ging die Partie an den Tannenberger Spitzenspieler. 9:1. Nun lag es an Jakub, wenigstens den zweiten Dresdner Punkt zu sichern. Nach 2:1 in den Sätzen machte er im vierten mit 11:8 alles klar. 3:1 für Jakub! Endlich! Der zweite Dresdner Punkt war da. Und vor allem: Ein Spiel gewonnen, ohne überhaupt einen fünften Satz spielen zu müssen. Vielleicht war genau das die Lösung. Ronny bekam es anschließend mit Meiner zu tun. Und neben den üblichen Ballwechseln gab es zwischen den beiden auch die eine oder andere Meinungsverschiedenheit auszutauschen. Offenbar war man sich nicht in allen Fragen des Tischtennissports vollständig einig. Sportlich entwickelte sich ein enges Match. Nach gewonnenem ersten Satz musste Ronny die nächsten beiden Durchgänge abgeben, kämpfte sich aber mit einem 11:5 im vierten Satz zurück. Also, wer hätte es gedacht: Fünfter Satz! Und wer hätte es noch weniger gedacht: 11:8 für Tannenberg. Fünftes Fünfsatzspiel. Fünfte Niederlage. Immerhin war damit zumindest die sportliche Diskussion entschieden. Inzwischen hatte das Ganze schon fast etwas Künstlerisches. Tim bekam es anschließend mit Franz zu tun und erwischte einen richtig guten Start. Mit 11:6 und 11:5 gewann er die ersten beiden Sätze und ging mit 2:0 in Führung. Der Sieg schien zum Greifen nah. Doch Franz kämpfte sich zurück, gewann die nächsten beiden Durchgänge mit 11:6 und 13:11 und erzwang damit den Entscheidungssatz. Es kam, wie es kommen musste. Und tatsächlich wurde auch dieses Spiel wieder denkbar knapp. 11:9 für Franz. Sechstes Fünfsatzspiel. Sechste Niederlage. Sechs von sechs. Eine Bilanz, die man erst einmal schaffen muss. Zumindest hatte der Tischtennisgott an diesem Abend offenbar einen ziemlich eigenwilligen Humor. Jens bekam es anschließend mit Sacher zu tun. Auch hier gelang es den Gastgebern, das Spiel noch zu drehen. Eine 10:5 Führung im Entscheidungssatz reichte nicht aus. 12:10 im fünften Satz für Sacher. Siebtes Fünfsatzspiel. Siebte Niederlage. Sieben von sieben. Spätestens jetzt war klar: Wenn wir an diesem Abend noch etwas gewinnen wollten, dann bitte ohne Entscheidungssatz. Felix schien diese Erkenntnis bereits verinnerlicht zu haben. Gegen Votava ließ er gar nicht erst einen fünften Satz zu und gewann souverän mit 3:0. Damit war zumindest noch ein kleiner versöhnlicher Abschluss gelungen.
Am Ende stand ein deutliches 3:12 auf der Anzeigetafel. Ein Ergebnis, das auf dem Papier nach einer ziemlich klaren Angelegenheit aussieht. Wer allerdings genauer hinschaut, entdeckt eine durchaus bemerkenswerte Statistik: Sieben Fünfsatzspiele. Sieben Niederlagen. Man muss schon eine gewisse Konsequenz an den Tag legen, um eine solche Quote zu erreichen. Besonders bitter: Oli, Ronny, Tim und Jens hatten teilweise beste Chancen, ihre Spiele für sich zu entscheiden. Doch sobald der fünfte Satz aufgerufen wurde, schien irgendwo im dunklen Tannenwald ein unsichtbarer Schalter umgelegt zu werden. Und der stand an diesem Abend leider konsequent auf Tannenberg. Natürlich lag es nicht nur an der ungewohnten Ball-Tisch-Kombination oder den etwas überschaubaren Lichtverhältnissen. Die Gastgeber spielten stark und nutzten ihre Chancen konsequent. Trotzdem hätte das Ergebnis mit etwas mehr Glück in den Entscheidungssätzen durchaus freundlicher ausfallen können.
Spät am Abend ging es schließlich enttäuscht zurück nach Dresden. Draußen war es dunkel, die Stimmung im Auto eher gedämpft und die sieben verlorenen Entscheidungssätze dürften dem einen oder anderen noch eine Weile durch den Kopf gegangen sein. Nach drei Sachsenliga-Spielen stehen wir nun bei 2:4 Punkten. Kein Weltuntergang, aber natürlich auch nicht das, was wir uns nach dem erfolgreichen Saisonauftakt erhofft hatten. Nun heißt es: Mund abputzen, weiter trainieren und beim nächsten Mal vielleicht einfach alle Spiele in drei oder vier Sätzen gewinnen. Dies wollen wir direkt im nächsten Heimpunktspiel am 31.10. um 14 Uhr gegen Abstiegskonkurrent SV Dresden-Mitte zeigen.
Sport frei! 🏓